Projekt 01 · Interaktive Fallstudie

Industrial Investigation
Was geschah in Zelle 03?

Ein szenariobasiertes Storyline-Training zur strukturierten Untersuchung eines Beinaheunfalls in einer automatisierten Roboterzelle.

ARTICULATE STORYLINECA. 15 MINUTENFÜNF ENTSCHEIDUNGENWEITERBILDUNGSPROJEKT
INCIDENT REPORT · 15.05. · 07:42
UNTERSUCHUNGSAUFTRAGHinweise bewerten. Ursachen verknüpfen. Prävention begründen.
01 · Projektüberblick

Kein Sicherheitsquiz. Eine betriebliche Untersuchung.

Die Lernenden übernehmen die Rolle eines Mitglieds im internen Untersuchungsteam. Sie müssen Informationen einordnen, Widersprüche erkennen und technische, organisatorische sowie menschliche Einflussfaktoren zu einem begründeten Gesamtbild verbinden.

ZIELGRUPPEAuszubildende, neue Mitarbeitende und junge Fachkräfte
KONTEXTGewerblich-technisches Produktionsumfeld
LERNFORMATVerzweigtes, szenariobasiertes Selbstlernen
ROLLEMitglied eines internen Untersuchungsteams
02 · Lernbedarf

Ursachen entstehen selten allein.

Ein Beinaheunfall lässt sich nicht zuverlässig erklären, wenn nur der offensichtliche technische Defekt betrachtet wird. Für eine tragfähige Prävention müssen Hinweise bewertet und Wechselwirkungen erkannt werden.

KOMPETENZZIEL

Nach Abschluss können die Lernenden einen Beinaheunfall strukturiert untersuchen, relevante Hinweise erkennen, technische, organisatorische und menschliche Einflussfaktoren verknüpfen und geeignete Präventionsmaßnahmen begründet auswählen.

01
Unvollständige InformationenNicht jeder Hinweis ist sofort verfügbar oder eindeutig.
02
Widersprüchliche Dokumentation„Betriebsbereit“ ist nicht gleichbedeutend mit geprüftem Wiederanlauf.
03
Mehrere EinflussfaktorenDefekter Schalter, Routinen, Zeitdruck und Übergaben greifen ineinander.
04
Vorschnelle SchuldzuweisungDie naheliegende Einzelursache erklärt noch nicht das gesamte Ereignis.
03 · Lernarchitektur

Ermitteln statt durchklicken.

Die Architektur führt vom ersten Lagebild über Gespräche und Dokumentenprüfung zur systemischen Ursachenanalyse. Informationen werden nicht vollständig vorgegeben. Die Lernenden müssen sie aktiv erschließen und in späteren Entscheidungen erneut nutzen.

01Auftrag und LagebildORIENTIEREN
02Beteiligte befragenINFORMATIONEN GEWINNEN
03Dokumente untersuchenWIDERSPRÜCHE PRÜFEN
04Ursachen verknüpfenSYSTEMISCH ANALYSIEREN
05Maßnahmen auswählenTRANSFER BEGRÜNDEN
06Ermittlung reflektierenENTSCHEIDUNGEN EINORDNEN
04 · Entscheidungsarchitektur

Fünf Entscheidungen tragen den Fall.

Jede Entscheidung erfüllt eine andere Funktion. Konsequenzen bleiben über den Verlauf wirksam; Feedback erklärt nicht nur richtig oder falsch, sondern macht die Qualität des Vorgehens sichtbar.

E1 · PRIORISIEREN

Wie beginnt die Untersuchung?

Vorgehensweise wählen und erste Hypothesen bewusst zurückstellen.

E2 · BEFRAGEN

Welche Frage öffnet das Gespräch?

Zwischen Vorwurf, Bestätigung und ergebnisoffener Klärung unterscheiden.

E3 · PRÜFEN

Welche Dokumente sind relevant?

Protokolle, Notizen und Prüfnachweise zielgerichtet auswerten.

E4 · VERKNÜPFEN

Welche Ursachenkette trägt?

Technische, organisatorische und menschliche Faktoren verbinden.

E5 · HANDELN

Welche Maßnahmen verhindern Wiederholung?

Prävention passend zur ermittelten Ursachenstruktur auswählen.

05 · Einblicke

Informationen werden zu Beweismitteln.

Die Oberfläche unterstützt die Ermittlungslogik: Dokumente sehen nach Arbeitsmitteln aus, Gesprächsoptionen nach echten Entscheidungen und Feedback nach einer fachlichen Einordnung – nicht nach einem losgelösten Quiz.

Dokumentenprüfung

Drei Unterlagen. Mehrere Widersprüche. Eine belastbare Schlussfolgerung.

Die Lernenden prüfen Instandhalternotiz, Schichtprotokoll und Checkliste, bevor die Auswertung freigegeben wird.

AKTE 01Instandhalter-Notiz
„betriebsbereit“
AKTE 02Schichtprotokoll
fehlender Prüfnachweis
AKTE 03Checkliste
Wiederanlauf
Gespräch

Welche Frage bringt neue Informationen?

Ergebnisoffen nach dem Ablauf fragen
Eine vermutete Ursache bestätigen lassen
Feedback

Begründung statt Ampel.

Das Feedback ordnet ein, wie stark die Entscheidung zur systematischen Untersuchung beiträgt.

06 · Gestaltungssystem

Industrial Graphic Novel mit Funktion.

Die visuelle Sprache erzeugt Spannung und einen klaren industriellen Kontext. Sie bleibt dabei dem Lernprozess untergeordnet: Kontrast, Farbe und Panels führen Aufmerksamkeit und kennzeichnen Funktionen.

Orientierung

Wiederkehrende UI-Panels

Auftrag, Gespräch, Dokumente und Feedback erhalten konsistente Darstellungsformen.

Bedeutung

Farbe mit Aufgabe

Türkis führt und verbindet. Orange markiert Handlung, Risiko und entscheidende Wendepunkte.

Realität

Betriebliche Artefakte

Schichtlogik, Übergaben und Dokumentation greifen Erfahrungen aus industrieller Instandhaltung auf.

07 · Reflexion

Was dieses Projekt über meine Arbeitsweise zeigt.

Der entscheidende Entwicklungsfortschritt lag nicht in einer einzelnen Storyline-Funktion. Er lag in der Reduktion auf wenige tragende Entscheidungen und in einer Architektur, die Informationen, Konsequenzen und Transfer zusammenhält.

Transparenz: Dieses Projekt entstand als eigenständig konzipierte Arbeitsprobe im Rahmen der Weiterbildung zum Digital Learning Developer. Es ist kein Kundenauftrag. Behauptungen über betriebliche Wirkung oder Lernerfolg werden daher bewusst nicht abgeleitet.
Lernziel vor InteraktionEine Interaktion bleibt nur erhalten, wenn sie eine erkennbare Funktion für Untersuchung oder Transfer erfüllt.
System vor EinzelideeNeue Ideen werden daran geprüft, ob sie die bestätigte Lernarchitektur stärken.
Konzeption vor ProduktionEntscheidungswege, Informationen und Feedbacklogik wurden vor der visuellen Umsetzung geklärt.
Praxis als QualitätsfilterSchichtübergaben, Dokumentation und Zeitdruck müssen betrieblich plausibel wirken.
KI als AssistenzKI unterstützte Entwicklung und Produktion; Verantwortung für Architektur und didaktische Entscheidungen blieb beim Menschen.
Projektnavigation

Weiter durch die Arbeitsproben.

Als Nächstes: ein kompakter Lernprozess, der Sicherheitszeichen in begründetes berufliches Handeln übersetzt.